Teneriffa erscheint dem Reisenden als eine unerschöpfliche Quelle des Facettenreichtums, die sich gerade in der landschaftlichen Interpretation als besonders vielfältig und ungewöhnlich erweist. Hierbei zählt besonders das Areal um den höchsten Berg der Insel als ein Schauplatz, den man gerade im Herzen einer sonst so opulent erscheinenden Insel nicht vermutet.
Jedoch findet man hier das typische Landschaftsbild einer Vulkanregion, deren Mittelpunkt der Pico del Teide mit seinen imposanten 3718 Metern Höhe bildet. Als interessante Ergänzung kann man anführen, dass er nicht nur die höchste Erhebung der Insel darstellt, sondern auch als einer größten Berge Spaniens gezählt wird. Der Pico del Teide wird nach geologischen Ermessen noch als aktiv eingestuft, wobei man die letzten Ausbrüche den Jahren 1706, 1798 sowie dem Jahr 1909 zuordnet. Hierbei zählt der Ausbruch im Jahre 1706 zu den folgeschwersten, da hier über zehntausend Menschen den Tod fanden und die Lava auf ihren Weg ins Meer zahlreiche besiedelte Orte zerstörte. Heute hingegen kann man den Berg aufgrund der steten Überwachung gefahrenlos erklimmen und inmitten einer imposanten Gesteinswelt agieren.
Der Legenden nach, glaubten die einstigen Ureinwohner, die Guanchen daran, dass auf dem sogenannten “Höllenberg” die Göttin Guayota lebt, die aus ihren Zorn über die Menschen diese mit Lava und Feuer bewarf. Jedoch ist es nicht deren Zorn, der in Zukunft eine Besichtigung nur eingeschränkt ermöglichen wird, sondern vielmehr der naturschutzrechtliche Aspekt. Aufgrund der dortigen Seilbahn werden nämlich beständig zahlreiche Steinmassive in Bewegung gesetzt, die diesem Phänomen auf Dauer erheblichen Schaden versetzen. Aufgrund der zahlreichen Besucher, die gerade in der Sommersaison den Pico del Teide erstürmen ist dies nahezu verständlich, wobei sich diese Einschränkung lediglich auf die Kraterseilbahn bezieht und somit eine normale Erwanderung weiterhin uneingeschränkt möglich ist. Hierbei sollte man jedoch aufgrund der dortigen Bedingungen an eine angemessene Bekleidung denken, da sich der Berg in den Monaten November bis März zumeist mit einer winterlichen Schneehaube präsentiert. Jedoch ist eine solche Wanderung zum ehemaligen Hauptkrater Rambleta ein abenteuerliches Erlebnis, welches man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.
Für Urlauber, die sich dieser sportlichen Aktivität nicht stellen möchten, ist auch ein Besuch des dortigen Nationalparks mit seinen angrenzenden kargen Mondlandschaften sehr empfehlenswert. Jedoch sollte man sich allein aufgrund des herrlichen Panoramablickes die Begehung des Pico del Teide nur bei entsprechenden persönlichen Einschränkungen entgehen lassen, zumal sich der Aufstieg auch für ungeübte Wanderer als durchaus erzwingbar erweist.
Text von Claudia Schleicher
