Für den Reisenden der das bunte quirlige Treiben schätzt, und nicht genug von der heimischen Fastnacht hat, dem empfiehlt sich Teneriffa. Der Karneval startet je nach Osterdatum meist Mitte Februar bis Anfang März, immer in den Wochen vor Aschermittwoch. Dann macht die Insel im Atlantik so manchem vermeintlich großen Vorbild aus Brasilien Konkurrenz. Er gilt oft als zweitgrößter der Welt hinter Rio de Janeiro; belegt ist zumindest der Guinness-Rekord von 1987, als bei einem Freiluftkonzert mit Celia Cruz rund 250.000 Menschen auf der Plaza feierten. Seit 1980 trägt das Fest den Titel Fiesta de Interés Turístico Internacional.
Im Mittelpunkt steht die Hauptstadt Santa Cruz, wo sich gefühlt die halbe Insel versammelt. Höhepunkt ist der große Umzug am Faschingsdienstag, der Coso Apoteósico, der über die Avenida de Anaga zieht. Angeführt wird er von der gewählten Karnevalskönigin in einem Kostüm, das oft über 100 Kilogramm wiegt und mehrere Meter hoch aufragt – weshalb die Roben auf rollbaren Gestellen montiert sind. Getanzt wird zu Samba, Salsa und Batucada bis in die Nacht.
Damit du die drei Kernabende auseinanderhältst:
| Event | Zeitpunkt | Das erwartet dich |
|---|---|---|
| Gala de la Reina | Mittwoch vor Karneval | Wahl der Königin, meterhohe Kostüme, eher Sitzveranstaltung |
| Coso Apoteósico | Faschingsdienstag | Großer Straßenumzug mit Wagen, dichtes Gedränge |
| Entierro de la Sardina | Aschermittwoch | Trauerzug, Verbrennung der Pappsardine, viel Humor |
Empfehlung: Wer Trubel und Musik will, kommt zum Coso am Dienstag. Wer es ruhiger mag und Details der Kostüme sehen möchte, wählt die Gala. Familien mit kleinen Kindern sollten das nächtliche Straßengedränge meiden – für sie reicht der Tageskarneval.
Auch andere Events haben ihren Ursprung in Santa Cruz
Auf Teneriffa erlebt man einen Fasching, der mit den bekannten Umzügen daheim wenig gemein hat. Das liegt an der ungehemmten Lebensfreude und an der langen Tradition und Bedeutung des Festes, das hier seit Jahrhunderten zelebriert wird – ein Ventil vor der katholischen Fastenzeit.
Am Aschermittwoch wird beim Entierro de la Sardina eine riesige Sardine aus Pappe durch die Stadt getragen und anschließend verbrannt. Das Ereignis symbolisiert die Verabschiedung des Winters, der auf Teneriffa mit Tagestemperaturen um die 20 Grad ohnehin mild bleibt.
Häufige Fehler: Viele buchen zu spät – Hotels in Zentrumsnähe sind Wochen vorher ausgebucht. Und wer nur den Dienstag einplant, verpasst die spektakuläre Königinnenwahl. Plane mindestens zwei bis drei Tage ein.